Big Data – Revolution oder Evolution?

In den letzten ein, zwei Jahren begleitet uns das Thema Big Data in einer immer intensiveren Diskussion, inzwischen ist es das Trendthema von Analysten, Kongressen und Messen im Business Intelligence Umfeld.

Das vorweg: Big Data ist in erster Linie Marketing. Der Begriff umfasst Methoden und Technologien um große Datenmengen mit hoher Komplexität und neuer Analytik zu beherrschen. Die Grenze zwischen Big Data und traditionellen Business Intelligence- und Data Warehouse-Szenarien ist fließend. Die immer schneller wachsenden strukturierten und unstrukturierten Datenmengen werden (angeblich) zunehmend durch die Unternehmen entdeckt. Die Frage stellt sich aber umgekehrt: Wie sollen diese noch beherrscht werden? Aus immer mehr Daten müssen immer schneller die richtigen Informationen identifiziert und zur Entscheidungsgrundlage werden. Das Monitoring bekommt in der Unternehmenssteuerung einen immer höheren Stellenwert und das bei immer kürzeren Zyklen mit immer höherer Dynamik.

Klassische Datenquellen im Business Intelligence Umfeld sind Enterprise-Lösungen, wie Financials, ERP oder CRM. Zunehmend gewinnen aber Quellen wie RFID-Lösungen, Maschinen- und Betriebsdaten aus der Produktion oder beispielsweise Sensordaten aus Gebäuden, der Umwelt und dem wirtschaftlichen Umfeld an Bedeutung – und diese Quellen „sprudeln“ stärker. Die Wirkung des Internets, das Betreiben eigener Webshops, Blogs oder Foren, den Social Media-Ansätzen, wie Facebook oder Twitter und deren Auswirkungen auf die Datengenerierung kommen noch hinzu. Aber auch innovative Ansätze im Analytik-Einsatz, beispielsweise im Projektmanagement und der damit verbundenen Analyse des E-Mail Verkehrs oder die Analyse von Bildern und Videos lassen für die Zukunft noch einiges erwarten.

Diese Vielzahl von aktuellen und potenziellen Ansätzen zeigt, daß sich die neuen Anwendungsfelder stetig weiterentwickeln werden – ein ständiger Wettbewerb von spezifisch neuer Anforderung und deren Lösung. Diese Wechselwirkung zwischen Anforderung und Technologie führt daher nicht zu einer Big Data Revolution, sondern einer Evolution. Der Begriff wird wieder verschwinden, die ständig schnelleren und komplexeren Anforderungen neuer Applikationen und Analytik werden bleiben. Dies wird auch den Markt für BI Software prägen: er ist so vielschichtig, wie die zu lösenden Aufgaben. Neben den großen Playern, deren Innovationskraft immer eine Rolle in diesem Bereich spielen, kommen zunehmend Softwarelösungen für spezifische Anwendungen auf den Plan. Frameworks, welche projektspezifische Lösungen ermöglichen, aber insbesondere auch open-source-Projekte werden sich zunehmend positionieren. Der Softwaremarkt wird dadurch nicht gerade überschaubarer und transparenter.

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

Popular Posts

Leave Your Response

* Name, Email, Comment are Required