BI wird mobil – wirklicher Trend oder nur ein Hype?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Mobility ist die generelle Entwicklungsrichtung einer immer größer werdenden Zahl von IT-Anwendungen, sicherlich beeinflusst das auch die Visualisierung von BI-Anwendungen – viele der aktuellen Diskussionen und Beiträge im Zusammenhang mit mobile BI sind aber sicherlich eher einem Hype folgend.

Das Angebot an Anbieter und Auswahlmöglichkeiten mobiler BI-Anwendungen ist äußerst vielfältig: Es reicht von Produkten diversifizierter BI-Anbieter über die „mobile BI-spezialisierten“ Softwarehäuser bis hin zu den Individualentwicklungen von BI-Apps mit fokussiertem Funktionsumfang. Ein Vergleich der vielfältigen Lösungen anhand rein technischer Eigenschaften lässt sich verhältnismäßig einfach durchführen, leider rückt diese Beurteilung in der Projektierung heute oftmals alleine in den Vordergrund. Technische Fragen zur eigentlichen App-Architektur, also beispielsweise die Entscheidung einer Device-spezifischen Entwicklung versus einer plattformunabhängigen HTML5-basierten App oder die Frage der online-/offline-Fähigkeit sind wichtig, sollten jedoch der grundsätzlichen Entscheidung über die Art oder den Umfang des Einsatzes mobiler Endgeräte in der BI-Landschaft eines Unternehmens nachgelagert sein. Diese Aussage mag banal klingen, häufig ist jedoch zu beobachten, dass der Druck durch die zunehmende Mobilität im Arbeitsleben und auch der Trend des Themas Mobility einer nüchternen (und eben nicht einer technisch orientierten) Herangehensweise häufig im Wege steht. Auf dieser Basis, oft durch „getriebene Projekte“ beschleunigt, werden leicht Entscheidungen zu Gunsten mobiler BI Landschaften getroffen, welche gerade im eigentlichen BI-Betrieb und in der langfristigen Weiterentwicklung zu unterwartet und nicht durch die Anwendung zu rechtfertigenden hohen Kosten führen können: Systemmanagement und –weiter-entwicklung werden nicht ausreichend im gesamtem Life Cycle berücksichtigt. Eine sorgfältige und vorangestellte Analyse mobiler Anwendungsszenarien im Unternehmen führt dagegen bei der Erstellung eines Konzepts dann häufig zur Erkenntnis, dass die notwendigen Anforderungen eines mobilen Einsatzes sehr pragmatisch und mit adäquaten Aufwand umgesetzt werden können – weniger ist mehr! Zu Beginn muss daher immer die konsequente Frage nach dem potentiellen Nutzen mobiler Anwendungen stehen. Die so erfolgte Identifizierung, Charakterisierung und Bewertung nutzbringender Anwendungsszenarien bildet dann den Rahmen für die Formulierung einer „Mobile BI-Gesamtarchitektur“.

Also nicht ein Trend bestimmt mobile BI, sondern Unternehmensstrategie, -prozesse und Projektmanagement!

Digg This
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

Popular Posts

Leave Your Response

* Name, Email, Comment are Required